Die Wintersonnenwende am 21. Dezember ist der stillste Wendepunkt des Jahres: die längste Nacht – und der Anfang vom Mehr an Licht.
Vielleicht spürst Du das gerade im Dezember besonders: das Bedürfnis nach Rückzug, nach Wärme, nach weniger Tempo. Körper und Seele rufen ganz natürlich nach einer Pause.
Und genau dafür ist dieser heutige Tag wie gemacht. Eine sanfte Einladung, kurz innezuhalten, loszulassen und dem Licht in Dir wieder ein bisschen Raum zu geben.
Der Moment, an dem sich etwas dreht
Astronomisch ist es der Zeitpunkt, an dem die Sonne auf der Nordhalbkugel ihren tiefsten Stand erreicht. Danach werden die Tage wieder länger.
Symbolisch ist es ein uraltes Bild: Dunkelheit gehört dazu – und dennoch kehrt immer wieder das Licht zurück.
Eine ziemlich gute Lebensmetapher, wie ich finde.
Ein paar Ideen für Deinen Solstice-Abend
Du brauchst dafür nichts Großes. Keine perfekte Dekoration.
Nur ein bisschen Zeit – und die Bereitschaft, Dir selbst zuzuhören.
Hier sind fünf kleine Rituale für Dich, die Du ganz einfach an Deinen ganz persönlichen Solstice Abend anpassen kannst:
Eine Kerze für das, was wachsen darf
Zünde ganz bewusst eine Kerze an.
Während Du in die Flamme schaust, frag Dich:
Was darf in mir wieder heller werden?
Welche Qualität wünsche ich mir für die nächste Zeit? (z. B. Ruhe, Mut, Vertrauen, Leichtigkeit)
Schreib gerne auf einen kleinen Zettel, was Du loslassen möchtest, und verbrenne ihn sicher in einer feuerfesten Schale.
Ein Spaziergang, der Dich erdet
Geh kurz raus – morgens, mittags oder in der Dämmerung.
Nicht, um Schritte zu sammeln, sondern um zu spüren:
Die Natur macht gerade Pause.
Such Dir einen Ort, an dem Du kurz inne halten möchtest – und bleib für einige Minuten dort. Ein Mini-Mantra dazu:
„Ich muss nichts beschleunigen. Ich darf mich den Rhythmen hingeben.“
Raum für Deine Gedanken
Mach es Dir gemütlich, gönn Dir Kerzenlicht und ein paar Minuten ohne Ablenkung. Und dann schau – ehrlich, aber mit weichem Blick – auf Dein Jahr:
Worauf bin ich leise stolz?
Was hat mich viel Kraft gekostet – und was habe ich dadurch gelernt?
Was ist reif zum Loslassen?
Was soll im neuen Jahr mehr Raum bekommen?
Frische Luft für Herz und Räume
Wenn das Räuchern Deins ist: wunderbar. Wenn nicht: auch gut.
Es geht weniger um das „Tool“ – mehr um die Haltung: klären, ordnen, Platz machen.
So einfach kann es sein:
Fenster auf, einmal bewusst durchatmen, dabei innerlich sagen:
„Alles Schwere darf gehen. Frische darf rein.“
Dunkelheit würdigen, Licht begrüßen
Dieses Ritual liebe ich, weil es so intensiv spürbar ist:
Schalte für einen Moment alle Lichter aus (wirklich alle).
Setz Dich kurz in die Dunkelheit und beobachte: Wie fühlt sie sich an?
Dann zünde ein Streichholz an und damit eine frische Kerze.
Bleib 2 Minuten sitzen. Ohne Musik. Ohne Tun. Nur Du und das Licht.
Dein kleines Wintersonnenwende-Retreat (eine Stunde)
So könntest Du einen kleines Abendretreat für Dich gestalten:
10 Min – Ankommen: Tee machen, Kerze anzünden, drei tiefe Atemzüge
15 Min – Körper: sanftes Dehnen oder Yin (z. B. Stellung des Kindes, liegende Drehung, Beine an die Wand)
15 Min – Schreiben: 2–3 Fragen aus dem Journaling-Teil
10 Min – Loslassen: „Frische Luft für Herz und Räume“ oder Räuchern
10 Min – Intention: ein Satz fürs Licht, z. B. „Ich gehe mit Ruhe weiter.“
Wenn Du magst: ein sanfter Schritt Richtung Rauhnächte
Für manche ist die Wintersonnenwende der sanfte Auftakt zu den Rauhnächten: innehalten, loslassen, Wünsche notieren. Und ganz egal, wie Du diese Tage gestaltest – wichtig ist nur, dass es sich nach Dir anfühlt
Ein letzter Gedanke fürs Herz
Vielleicht ist die Wintersonnenwende keine „magische Inszenierung“, sondern eine Erinnerung: Auch wenn es gerade dunkel ist – das Licht arbeitet bereits.
No winter lasts forever; no spring skips its turn
Hal Borland
Ich wünsche Dir einen wunderbaren Solstice-Abend – still, warm und voller kleiner Lichtmomente!